Die Akteure in der Champagne

Der Champagnermarkt wird von den großen Marken wie Moet & Chandon, Veuve Cliquot, Ruinart, Taittinger dominiert. Diese Handelshäuser (insgesamt 300) setzen circa 70% der gesamt Produktion ab.

Das Bild auf der Produktionseite sieht anders aus, denn 90% der Rebflächen gehören kleinen Weinbauern, von denen es fast 16000 gibt. Aber nur 3000 bauen ihre Champagner selbst aus und vermarkten sie auch selbst. Die überwiegende Mehrheit verkauft das Traubengut an Genossenschaften oder große Champagner-Häuser. 

Auf dem Etikett jeder Champagnerflasche ist durch ein Kürzel angegeben, wer den Champagner hergestellt bzw. wer ihn vermarktet:

  • NM ("Négociant Manipulant"): Handelshaus, das den Champagner ausbaut und selbst vermarktet. In der Regel besitzen die Handelshäuser eigene Weinberge, kaufen jedoch in erheblichem Umfang Traubenmaterial zu. Die bekanntesten Handelshäuser sind Moet & Chandon, Dom Perignon, Runinart, Krug, Taittinger, Laurent-Perrier, Bollinger, Canard-Duchene, Lanson, Mumm, etc…
  • RM ("Récoltant Manipulant"): So werden die kleinen Winzerbetriebe genannt, die den Champagner (also das eigene Traubenmaterial) selbst ausbauen und vermarkten. Bekannte Winzer sind: Jacques Selosse, Jean Lallement, Egly-Ouriet.
  • CM ("Coopérative de Manipulation"): Genossenschaft, die das Traubenmaterial ihrer Mitglieder ausbaut und vermarktet. Jacquart und Feuillate sind 2 berühmte Groß-Kooperativen.
  • RC ("Récoltant coopérateur"): Ein Weinbauer, der sein Traubenmaterial einer Genossenschaft zum Ausbau überlässt und die eigenen Flaschen zwecks Vermarktung seiner eigenen Champagnermarke zurückerhält.
  • ND ("Négociant distributeur"): Handelshaus, das fertig ausgebauten Champagner aufkauft und unter eigener Marke vertreibt.
  • MA ("Marque d’acheteur"): Großabnehmer (Supermärkte, Discounter), der fertig ausgebaute Champagner von verschiedenen Winzern und Handelshäusern aufkauft und unter seinem eigenen Label vermarktet. Hinter dem Etikett einer Handelsketten-Champagnermarke verstecken sich dementsprechend sehr unterschiedliche Produkte von verschiedenen Herstellern. Der Endverbraucher kann dies als Qualitätsschwankung wahrnehmen.